EurActiv: Moving forward, with strong values

„Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen,
damit gewisse Leute nicht die Freiheit haben, alles zu tun.“
Stewart Alsop (1914-1974), amerik. Journalist

Für die Entwicklung einer europäischen Gesellschaft und Öffentlichkeit braucht die Europäische Union journalistische Medien wie EurActiv. Eine genuin europäische Presse hat eine besondere Bedeutung für die gesellschaftliche Integration unseres Kontinents ebenso wie für eine kritische Betrachtung der europäischen Politik. Dies schreibe ich als überzeugter Europäer, als EU-Parlamentarier – und explizit auch als ehemaliger Journalist, der die Entwicklung EurActivs von Beginn an mit großem Interesse und großer Neugier mitverfolgt hat.
Für die Entstehung einer gesamteuropäischen Öffentlichkeit spielen supranational angelegte Medien eine hervorzuhebende Rolle. Nicht nur über den nationalen Tellerrand zu schauen, sondern einen europäischen Blickwinkel einzunehmen – dies ist ein Ansatz, bei dem EurActiv in den vergangenen 15 Jahren echte Pionierarbeit geleistet hat. Und seitdem sind wichtige Schritte unternommen worden, um die Zielgruppe beständig zu erweitern: Interaktivität, Blogs, Videos und vor allem eine beeindruckende Mehrsprachigkeit machen EurActiv für viele Bürger interessant und zu einem wichtigen Informations- und Diskussionsportal in gesamteuropäischen Belangen.
Medien sind darüber hinaus die oft als “vierte Gewalt” bezeichnete Macht in einem politischen System. Gleichermaßen informative wie kritische Berichterstattung – und dies ohne die nationalstaatliche Brille – ist das, was EurActiv auszeichnet. Guter Journalismus scheut sich nicht, den Finger in die Wunde zu legen, Dinge zu hinterfragen und auf Missstände aufmerksam zu machen. Nicht zuletzt aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit vor meiner erstmaligen Wahl zum Abgeordneten des Europäischen Parlamentes im Jahr 1980, als ich für den Rundfunk und für Zeitungen journalistisch gearbeitet habe, ist mir dies persönlich ein besonders wichtiges Anliegen.
In diesem Zusammenhang ist das Thema Pressefreiheit ein wichtiger Aspekt. Gerade wenn nationale Regierungen diese einschränken, kommt den inter- und supranationalen Medien eine zusätzliche Bedeutung zu. Das Europäische Parlament hat sich immer mit Nachdruck für Presse- und Medienfreiheit stark gemacht und deren Unverzichtbarkeit für eine freie Gesellschaft stets betont. Leider werden in vielen Ländern – auch europäischen – Journalisten oft verfolgt, bedroht und sogar inhaftiert, weil sie sich mit ihrer Arbeit auch für grundlegende Menschenrechte einsetzen. Eine unabhängige Presse fungiert jedoch als kollektiver Ausdruck freier Meinungsäußerung und ist einer der wichtigsten Akteure in der Medienlandschaft. Sie hat die Rolle als Hüterin der Demokratie inne.
Eines ist jedoch klar: Die Europäische Union kann nur dann glaubwürdig sein, wenn Presse- und Medienfreiheit innerhalb der EU selbst gewährleistet und geschützt sind. Hierfür tragen die Regierungen der Mitgliedstaaten die Hauptverantwortung. Einschränkungen darf es nur im Ausnahmefall geben, wenn etwa die innere Sicherheit gefährdet ist – dann aber auch nur unter strengen Vorgaben und zeitlich befristet. Die EU sollte hierbei nach innen wie außen eine noch entschlossenere Haltung einnehmen und für ihre Werte und Prinzipien eintreten.
Mit der Allgegenwärtigkeit des Internets in unserer durchdigitalisierten Gesellschaft ist unverkennbar: Die Entwicklung zu Online-Medienplattformen mit einem globalen Charakter sowie einer globalen Ausstrahlung auf eine steigende Zahl von weltweiten Nutzern ist unumkehrbar. Und das ist gut so! Längst haben diese Plattformen ihren festen Platz in unserer Gesellschaft eingenommen und tragen zu erhöhter Vielfalt und mehr Pluralismus bei. Nie in der Geschichte der Menschheit war es leichter, sich Informationen zu verschaffen. Dies fördert kritisches Denken, trägt maßgeblich zum Austausch und zur Entfaltung von Meinungen bei und stärkt damit nicht zuletzt auch die Demokratie.
In diesem Sinne ist zu wünschen, dass die Bedeutung unabhängiger und kritischer europäischer Medien mit allen EU-Bürgern als potenzieller Zielgruppe weiter zunehmen wird. Hier kann und sollte auch die Europäische Union noch mehr Unterstützungshilfe leisten. Dass das EurActiv-Konzept eines supranationalen Ansatzes bei der Berichterstattung erfolgreich ist, beweist die Vielzahl weiterer Medien mit einem ähnlichen Ansatz, die in den vergangenen Jahren entstanden sind und die europäische Presselandschaft bereichern. EurActiv hat hier mit viel Leidenschaft und Innovationsfähigkeit eine Vorreiterrolle gespielt.

English translation below:

 

The importance of European media for a free society – Elmar Brok, MEP

The European Union needs journalistic media such as EurActiv for the development of a European society and for the public. A genuine European press has a special significance for the social integration of our continent as well as a critical review of European policy. I am writing this as a committed European, as EU parliamentarians – and explicitly as a former journalist who has followed the development EurActiv from the beginning with great interest and curiosity.
In order for a pan-European public to emerge on a supranational scale, media need to play an exaggerated role. Not only to look beyond national borders, but to take a European perspective – this is an approach that EurActiv has taken and done pioneering work over 16 years. Since 1999 important steps have been taken to enhance the audience constantly: interactivity, blogs, videos and especially an impressive multilingualism make EurActiv for many citizens interesting and become an important information and discussion portal in pan-European issues.
Media are also often referred to as a “fourth power” power in a political system. Equally informative and critical reporting – without nation-state glasses – is what distinguishes EurActiv. Good journalism is not afraid to put its finger in the wound, to question things and to draw attention to abuses. Not least because of my professional life before my first election for Members of the European Parliament in 1980, when I worked as a journalist for the radio and in newspapers, this is for me personally a particularly important concern.
In this context, the issue of press freedom is an important aspect. Just when national governments limit this, the international and supranational media have an additional meaning. The European Parliament has always campaigned strongly in favor of press and media freedom, and always stressed the indispensability of a free society. Even European – – journalists often persecuted, threatened and even imprisoned because they committed to her work for basic human rights Unfortunately, in many countries. However, an independent press to function as a collective expression of freedom of expression and is one of the main players in the media landscape. It has held the role as a guardian of democracy.
But one thing is clear: the European Union can only be credible if press and media freedom within the EU itself are guaranteed and protected. For this purpose, all the governments of the Member States the primary responsibility. Restrictions there may be only in exceptional cases, such as when the internal security is threatened – but then only under strict rules and limited in time. The EU should in this case take an even firmer line internally and externally, and stand up for their values ​​and principles.
With the ubiquity of the Internet in our society through digitized is unmistakable: The evolution to online media platforms with a global nature, as well as a global broadcast on an increasing number of global users is irreversible. And that’s good! Long since these platforms have taken their place in our society and contribute to increased diversity and pluralism in. Never in the history of mankind, was it easier to gain information. This encourages critical thinking, contributes significantly to the exchange and development of opinions, thus strengthening not least democracy.
In this sense, it is important the independent media are accessible to all EU citizens as a potential target audience and that this market continues to grow. Here the European Union can and should do more to support and help [media]. The EurActiv concept of a supranational approach to reporting has been sustainable. In recent years, the European media landscape has been enriched, as a wider range of online media with a similar approach have emerged. EurActiv has played a passionate and innovative role in broadening the place of online media across Europe.

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